DGUV Unfallverhütungsvorschriften

Wie aus dem Namen zu entnehmen, sind die Unfallverhütungsvorschriften, Vorschriften, die der Vorbeugung und Verhinderung von Unfällen dienen sollen. Diese Vorschriften werden von der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) erstellt. Die für das Bewachungsgewerbe zuständige Genossenschaft ist die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG). Diese Genossenschaften sind die Unfallversicherungsträger und somit sozusagen die “Krankenkassen für Arbeitsunfälle”.

 

Versicherte Tätigkeiten sind:

 

- Arbeitsunfälle

- Betriebstätigkeit

- Betriebsfahrten

- Arbeitswege von und zum Betrieb (Arbeitsort/Wohnort)

 

Nicht versicherte Tätigkeiten sind:

 

- Unterbrechungen auf Arbeitswegen

- Unterbrechungen auf dem Weg zum Betrieb

- Umwege auf dem Weg zum Betrieb (Arbeitsort)

- Umwege auf dem Weg zur Wohnung (Wohnort)

 

Die Unfallverhütungsvorschriften sind Rechtsvorschriften. Das bedeutet, dass sie, wie Gesetze, von jeder Person (Unternehmer und Mitarbeiter) beachtet werden müssen. Wesentliche Unfallverhütungsvorschriften für den Sicherheitsbereich sind: DGUV Vorschrift 1 “Grundsätze der Prävention” und DGUV Vorschrift 23 „Wach,- und Sicherungsdienste“.

 


DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“

Die DGUV Vorschrift 1 enthält allgemeine, branchenübergreifende Vorschriften, die bei der Durchführung eines Gewerbes zu beachten sind.

 

– Allgemeine Vorschriften und Geltungsbereich

– Pflichten des Unternehmers

– Pflichten der Versicherten

– Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes

– Ordnungswidrigkeiten

 

 

DGUV Vorschrift 23 ” Wach- und Sicherungsdienste”

 

Die DGUV Vorschrift 23 ist eine Verordnung der Berufsgenossenschaften, die extra für das Sicherheitsgewerbe erlassen worden sind. Da die Mitarbeiter im Sicherheitsbereich besonderen Gefahren ausgesetzt sind (z.B. Tragen einer Waffe, berauschte Personen etc.), ist es nötig besondere Gesundheitsschutzvorkehrungen zu treffen. Diese sind in der DGUV Vorschrift 23 erfasst.

 


Allgemeine Vorschriften:

§1 DGUV Vorschrift 1 Geltungsbereich

 

Die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften gelten für alle inländischen Arbeitnehmer (also auch Mitarbeiter aus dem Ausland die in Deutschland arbeiten)

§§2-14 DGUV Vorschrift 1 Die Pflichten des Unternehmers

– der Unternehmer hat Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten, arbeitsbedingen Gesundheitsgefahren und wirksame Erste-Hilfe zu treffen

– der Unternehmer darf keine sicherheitswidrigen Weisungen erteilen

– der Unternehmer hat durch eine Beurteilung der für die Versicherten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln

– diese Gefährdungsbeurteilung muss dokumentiert werden

– der Unternehmer muss seine Mitarbeiter zum Thema “Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit” zu Gefährdungen und Maßnahmen unterweisen (mind. 1x jährlich, muss dokumentiert werden)

– der Unternehmer darf der Aufgabe entsprechend nur Mitarbeiter einsetzen die, in Beachtung auf Gefahren und Gesundheit, geeignet sind die Aufgabe zu erfüllen

– der Unternehmer muss unberechtigten Personen den Zutritt oder Aufenthalt in bestimmten Arbeitsbereichen verwehren, wenn sonst Gefahren für die Personen entstehen würden

– der Unternehmer muss Arbeitsmittel sofort stilllegen oder einziehen, wenn bei diesen Mängeln auftreten

– der Unternehmer muss seinen Mitarbeitern die geltenden und relevanten Unfallverhütungsvorschriften zugänglich machen

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§§15-18 DGUV Vorschrift 1 Die Pflichten der Versicherten

– die Versicherten sind verpflichtet die Arbeitsschutzmaßnahmen des Arbeitgebers zu befolgen und zu unterstützen (auch Erste-Hilfe)

– kein Konsum von Alkohol, Drogen und berauschender Mittel

– bestimmte Gefahren aus Defekten von Schutzvorrichtungen oder Schutzsystem sind dem Unternehmer, Sicherheitsbeauftragten, Betriebsarzt etc. sofort zu melden

– wenn ein Arbeitsmittel einen Mangel aufweist hat er diesen umgehend zu beseitigen, oder wenn nicht möglich, eine Meldung zu machen

– Arbeitsmittel dürfen nur entsprechend ihrer Anweisungen genutzt werden

§§19-31 BGV A1 Die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes

– der Unternehmer hat je nach Anforderung Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte oder Sicherheitsbeauftragte zu bestellen

– der Unternehmer muss Maßnahmen organisieren die bei Notfällen (Explosion, Brand etc.) auftreten

– der Unternehmer muss aus reichend Personal im Brandschutz Bekämpfung von Bränden unterrichten

– bei Arbeitsplätzen im Freien (z.B. Parkplatz) hat der Unternehmer Maßnahmen gegen Wettereinflüssen zu treffen

– der Unternehmer hat Maßnahmen und erforderlichen Sachmittel für eine Erste-Hilfe zu gewährleisten

– der Unternehmer hat je nach Aufgabe die entsprechende Schutzausrüstung für die Mitarbeiter bereitzustellen

§32 DGUV Vorschrift 1 Ordnungswidrigkeiten

Verstöße gegen bestimmte Verordnungen aus der DGUV Vorschrift 1 stellen Ordnungswidrigkeiten dar und werden mit einem Bußgeld bedroht.

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