Fall 2 - Unerlaubter Besucher

In einer Gemeinschaftsunterkunft sind drei Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt. Zwei Sicherheitsmitarbeiter sind im Eingangsbereich des Gebäudes und ein Sicherheitsmitarbeiter befindet sich im 1.OG im Sicherheitsbüro.

 

Alle zwei Stunden bestreifen zwei Sicherheitsmitarbeiter den innen und außen Bereich des Gebäudes.

Gegen 22.00 Uhr meldet ein Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft dem Sicherheitsmitarbeiter A im Büro, dass sich eine Person, die bereits Hausverbot in der Gemeinschaftsunterkunft hat, weil sie in eine Körperliche Auseinandersetzung mit einem Bewohner der Unterkunft verwickelt war, unerlaubt im Gebäude aufhält.

Nachdem die Person kurz den unerlaubten Gast auf einem bereits erlassenen Hausverbot mittels eines Lichtbildes identifiziert hat, funkt der Sicherheitsmitarbeiter A einen der beiden Sicherheitsmitarbeiter im EG des Gebäudes an, um Unterstützung bei der Suche der Person anzufordern. Sicherheitsmitarbeiter A und Sicherheitsmitarbeiter B machen sich auf die Suche im Gebäude und finden die Person schließlich im 4.OG in einem Zimmer.

 

Aufgaben:

1. Welche Gefahren birgt die Situation für die Sicherheitsmitarbeiter?

2. Was müssen die beiden Sicherheitsmitarbeiter beachten?

3. Welche Straftat begeht die Person?

 

Lösungen:

 

Zu 1:

Da die Person bereits auffällig geworden ist, ist mit erhöhter Vorsicht zu handeln. Die Person könnte aggressiv, alkoholisiert oder unter Einfluss von Drogen stehen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Person gewalttätig gegenüber den Sicherheitsmitarbeitern oder anderen Personen in der Gemeinschaftsunterkunft wird und wiederstand leistet.

 

Zu 2:

Erhöhter Eigenschutz. Ruhe bewahren. Deeskalierende Kommunikation. Die Person darauf hinweisen, dass sie das Gebäude verlassen muss. Nur einer der beiden Sicherheitsmitarbeiter redet mit der Person, der andere sichert seinen Kollegen ab und unterstützt diesen. Funkkontakt zum Sicherheitsmitarbeiter im Erdgeschoss halten. Die Person aus dem Gebäude geleiten. Erhöhte Wachsamkeit. Polizei verständigen.

 

Zu 3:

Die Person macht sich Strafbar gemäß §123 StGB (Hausfriedensbruch) gegenüber dem Eigentümer/ Besitzer des Gebäudes. Die Person hält sich trotz bestehendem Hausverbot in dem Gebäude auf. Hierbei handelt es sich um wiederrechtlich eindringen in die Gemeinschaftsunterkunft. Damit ist der Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt.

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