Fall 3 - Hund im Auto

Der Sicherheitsmitarbeiter A arbeitet an einem Sommertag wie gewohnt als Objektschützer in einem Stadtbekannten Unternehmen.

Als er wie üblich seinen Kontrollgang über das Gelände und dem dazugehörigen Parkplatz macht, findet der Sicherheitsmitarbeiter A in einem Fahrzeug auf dem Rücksitz einen winselnden Hund vor.

 

Das Fahrzeug ist verschlossen und die Fenster sind oben. Die Sonne scheint auf das Fahrzeug und dem Hund geht es sichtlich schlecht.

Er kontaktiert über funk den Sicherheitsmitarbeiter B, der sich im Sicherheitsbüro des Unternehmens befindet und bittet Ihn den Fahrzeughalter zu ermitteln. Als der Sicherheitsmitarbeiter B nach mehreren Minuten kein Erfolg hat und der Hund zunehmend schwerer atmet, beschließt der Sicherheitsmitarbeiter A mit seinem mitgeführten Teleskopschlagstock die Scheibe des erhitzen Fahrzeuges einzuschlagen und die Polizei zu verständigen.

Nur ein paar Minuten später sieht der Sicherheitsmitarbeiter A, wie eine wütende Person auf Ihn zukommt und anfängt ihn zu beschimpfen.

 

Aufgaben:

1. Wie sollte der Sicherheitsmitarbeiter A sich in dieser Situation verhalten?

2. Darf der Sicherheitsmitarbeiter A einen Teleskopschlagstock mit sich führen?

3. In wie fern hat sich der Besitzer des Fahrzeuges strafbar gemacht?

4. Auf welchen rechtlichen Grundlagen handelt Sicherheitsmitarbeiter A?

 

 

Lösungen:

 

 

Zu 1:

Der Sicherheitsmitarbeiter sollte:

Ruhe bewahren. Sachgerechtes und Professionelles auftreten. Die Person freundlich Ansprechen. Sich nicht provozieren lassen. Die Person als Fahrzeughalter identifizieren. Deeskalierende Kommunikation. Um Verständnis bitten. Den Fahrzeughalter über die Verständigung der Polizei Infomieren. Auf die Gesundheitsgefärdung des Hundes hinweisen. Eintreffende Polizeikräfte informieren. Personalien aufnehmen und abschließend den Vorfall Protokollieren.

 

Zu 2:

Der Kauf und Besitz eines Teleskopschlagstocks sind völlig legal, sofern der Käufer das gesetzliche Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat, da es sich um eine Waffen handelt.

Das führen eines Teleskopschlagstocks in der Öffentlichkeit stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann dementsprechend mit einem Bußgeld oder einer Verwarnung geahndet werden. Auf öffentlichen Veranstaltungen stellt dies sogar eine Straftat dar.

Ausnahmen gibt es hier, beim Führen eines Teleskopschlagstocks, wenn ein „berechtigtes Interesse“ besteht. Das berechtigte Interesse besteht zum Beispiel dann, wenn der Teleskopschlagstock zur Ausübung des Berufs, zum Sport oder weiteren anerkannten Zwecken mitgeführt wird.

Die Antwort lautet hier also: „ja“, der Sicherheitsmitarbeiter A darf einen Teleskopschlagstock mit sich führen.

 

Achtung!

Die abgewandelte Form des Teleskopschlagstocks, mit einer am vorderen Ende befestigten Eisen,- oder Bleikugel, die auch als „Totschläger“ bezeichnet wird , ist in Deutschland nach dem Waffengesetz strikt verboten.

 

Zu 3:

Da der Hund alleine im Auto einer großen Gefahr ausgesetzt ist, verbietet das Tierschutzgesetz §18TierSchG, die Tat. Jeder der vorsätzlich oder fahrlässig einen Hund ohne vernünftigen Grund, erhebliche Schmerzen, Leiden, oder Schäden zufügt, muss mit einem Strafverfahren wegen des Tatbestandes der Tierquälerei rechnen.

Außerdem hat sich die Person gemäß §185 StGB (Beleidigung) gegenüber Sicherheitsmitarbeiter A strafbar gemacht. Da die Beleidigung ein Antragsdelikt ist, entscheidet der Sicherheitsmitarbeiter A selbst, ob er dieses strafrechtliche Delikt verfolgen möchte.

 

Zu 4:

Generell stellt das Einschlagen einer Autoscheibe nach §303 StGB eine Sachbeschädigung dar. Nach §34 StGB darf der Sicherheitsmitarbeiter A aber eine drohende Gefahr für Leib, Leben, Freiheit, Ehre, Eigentum oder einem anderen Rechtsgut, wobei auch Tiere eingeschlossen sind, mit angemessenen Mitteln abwenden.

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