Fall 5 - Aggressiver Gast

Der Türsteher A, B und C sind heute Nacht in einer bekannten Großraumdiskothek eingesetzt. Die drei arbeiten häufig zusammen und sind ein eingespieltes Team.

 

Türsteher A und B sind im Eingangsbereich tätig und machen dort Einlasskontrollen indem sie das Alter und die Erscheinung der Gäste prüfen. Sie sogen dafür, dass keine minderjährigen in die Disko hereinkommen und weisen stark Alkoholisierte und möglicherweise Aggressive Gäste an der Tür ab.

 

Türsteher C beaufsichtigt die Räume der Disko und ist über Funk mit den beiden Kollegen an der Tür verbunden.

 

Dem C wird plötzlich gemeldet, dass ein Gast stark angetrunken sei und sich Aggressiv verhalte. Außerdem pöbelt der Gast andere Gäste an. Sofort benachrichtigt der C seine Kollegen über Funk und macht sich auf die Suche nach dem besagten Gast. Als der C den Gast zur Rede stellen möchte und Ihm ein Hausverbot erteilen will, wird dieser Aggressiv und geht auf den C los. Der C nimmt den Gast nach einem kurzen Handgemenge in den Polizeigriff (Kreuzfesselgriff) und führt ihn nach draußen.

 

Der Gast ist sehr aggressiv und pöbelt auch weiterhin draußen vor der Tür.

 

 

 

Aufgaben:

 

  1. Wie sollen sich die Türsteher weiterhin verhalten?

 

  1. Auf welcher Rechtsgrundlage hat der Türsteher C gehandelt?

 

  1. Mit welcher Personengruppe haben Türsteher meist kontakt während der Ausübung ihrer Tätigkeit und was gilt es dabei zu beachten?

 

 

 

 

​Lösungen:

 

 

Zu 1:

 

Um Deeskalierend auf den gerade aus der Disko geworfenen Gast zu wirken sollte der C, der den Gast herausgeführt hat, wieder in die Disko gehen und Türsteher A oder B hier im Einlassbereich übernehmen. A oder B sollte versuchen beruhigend oder beschwichtigend auf den Gast zu wirken. Sich nicht Provozieren lassen. Den Gast bitten den Einlassbereich zu verlassen. Erhöhte Wachsamkeit, erhöhte Eigensicherung. Funkkontakt halten. Um Verständnis für die Maßnahme bitten. Den Gast nicht wieder in die Disko hineinlassen. Falls nötig, Polizei alarmieren.

 

 

Zu 2:

 

In dem hier geschilderten Sachverhalt wäre ein Gewaltsamer Verweis durch das Notwehrrecht abgedeckt. §§32 StGB, §227 BGB „Auf jedes individuelle Rechtsgut darf ein Angriff durch einen anderen Menschen abgewehrt werden“. Außerdem hat der C das Hausrecht inne, welches er in Vertretung, also als Besitzdiener §§859,860 BGB, durchsetzt und den Gast aus der Disko geleitet. Der Angriff auf das Hausrecht war gegenwärtig und rechtswidrig. Der Gast hat keinen Rechtfertigungsgrund für sein Verhalten, somit dürfen die Türsteher den Angriff auch mittels Körperlicher Gewalt abwehren.

 

 

Zu 3:

 

Jugendliche, diese versuchen häufig Einlass in die Disko zu bekommen. Ein Türsteher muss stets darauf achten keine minderjährigen Personen Einlass zu gewähren. Bei Jugendlichen ist darauf zu achten:

 

- Zeigen besonderes Geltungsbedürfnis

- Lehnen sich gegen Erwachsene auf

- Unsicheres Auftreten

- Bilden gerne Gruppen

- Möchten sich beweisen

 

Alkoholisierte Personen werden von Türsteher oft an der Tür abgewiesen und kommen zu Hauf in Diskotheken vor. Ein Türsteher hat so gut wie immer mit betrunkenen zu tun. Hierbei ist auf folgendes zu achten:

 

-sind oft desorientiert

- Probleme mit der Motorik

- Langsame Reaktionszeit

- Gemindertes Distanzverhalten

- Stimmungsschwankung

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