Umgang mit Waffen

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ptb

Waffen 


Schusswaffen:

 

-Feuerwaffen
-Luft,- und Federdruckwaffen
-Wesentliche Teile von Schusswaffen. 

 

Gleichgestellte Gegenstände:

 

- Schreckschuss
-Reizstoff und Signalwaffen
-Armbrüste
-Harpunen

Tragbare Gegenstände, die zu Angriff und Verteidigungszwecken bestimmt sind:

 

- Schlagstock
-Tonfa (Mehrzweckeinsatzstock) etc. 

 

Tragbare Gegenstände, die zu Angriff und Verteidigungszwecken geeignet sind und im Gesetz genannt sind

 

-Messer
-Axt etc. 

Auch unbrauchbar gemachte Schusswaffen, Spielzeuge, Kriegswaffen und Nachbildungen werden als Waffen eingestuft, haben dann aber spezielle waffenrechtliche Einschränkungen und Eigenschaften.

Grundsätzlich ist jeder Umgang mit Schusswaffen, Munition und gleichgestellten Gegenständen nicht gestattet und deshalb erlaubnispflichtig.


Es gibt fünf wesentliche Erlaubnisse:

1. Waffenbesitzkarte

2. Munitionserwerbsschein

3. kleiner Waffenschein

4. Waffenschein

5. Schießerlaubnis

 


Begriffe im Umgang mit Waffen

Besitzen:

Eine Waffe oder Munition besitzt, wer die tatsächliche Gewalt darüber ausübt.

 

Überlassen:

Wer einer anderen Person den Besitz über eine Waffe oder Munition einräumt (z.B. Übergeben)

 

Erwerben:

Eine Waffe oder Munition erwirbt, wer die tatsächliche Gewalt darüber erlangt. (z.B. durch Kauf, durch Ausleihen)

 

Führen:

Eine Waffe oder Munition führt, wer die tatsächliche Gewalt außerhalb einer eigenen Wohnung, eigenen Geschäftsräumen, eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte ausübt.

 

Schießen:

Wer mit einer Schusswaffe Geschosse durch einen Lauf verschießt, Kartuschen Munition verschießt, mit Patronen oder Kartuschen Munition Reiz- oder andere Wirkstoffe verschießt, oder pyrotechnische Munition verschießt.

 


Waffenbesitzkarte

Der reine Erwerb oder Besitz von Waffen ist erlaubnispflichtig.

Die entsprechende Erlaubnis dazu nennt man Waffenbesitzkarte. Diese Waffenbesitzkarte ist, wenn nicht direkt eine Waffe eingetragen wird zunächst 1 Jahr gültig. Nach Eintrag einer Waffe, ist die Karte solange gültig wie Voraussetzung für deren Besitz erfüllt sind.

Voraussetzungen für die Beantragung einer Waffenbesitzkarte:

– Volljährigkeit
– Waffensachkunde
– persönliche Eignung und Zuverlässigkeit (Vorstrafen etc.)
– keine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit
– Bedürfnis (z.B. Jäger, Sportschütze, etc.)

 


Kleiner Waffenschein

Ein kleiner Waffenschein berechtigt zum lediglich zum Führen einer PTB-Waffe. Das Schießen mit der Waffe ist allerdings nur mit einem gesonderten Schießerlaubnisschein gestattet. Voraussetzungen für kleinen Waffenschein:

 

– Volljährigkeit
– persönliche Eignung und Zuverlässigkeit (Vorstrafen etc.)
– keine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit oder Geisteskrankheit
– fachgerechte Aufbewahrung der Waffen

 


Waffenschein

Ein Waffenschein berechtigt zum Führen einer Schusswaffe.

Das Schießen der Waffe ist allerdings nur mit einem gesonderten Schießerlaubnisschein gestattet.

Ein Waffenschein gilt max. 3 Jahre, kann dann aber bis zu zwei Mal verlängert werden.

 

Voraussetzungen für Waffenschein:

 

– Volljährigkeit
– persönliche Eignung und Zuverlässigkeit 
– keine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit
– Waffensachkunde
– Haftpflichtversicherung
– besonderer Bedarf 


(Eine Person hat besonderen Bedarf, wenn sie wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf ihr Leib oder Leben gefährdet ist und dies durch das Führen einer Waffe verringert werden kann.)

 

 

Druckluft-, Federdruck-, und CO₂-Waffen

 

Druckluft-, Federdruck, und CO₂-Waffen sind Waffen bei denen Geschosse durch einen Lauf verschossen werden und die Bewegungsenergie bei Austritt aus dem Lauf max. 7,5 Joule beträgt. Diese Waffen sind also als Schusswaffen einzustufen, haben jedoch andere waffenrechtliche Bestimmungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Solche Waffen sind nur mit einem Siegel – “F im Fünfeck” als Druckluft-, Federdruck-, oder CO₂-Waffe einzuordnen.

​Waffenrechtliche Bestimmungen:

Erwerb/Besitz:

– erlaubnisfrei
– keine Waffenbesitzkarte erforderlich
– ab 18 Jahren – sonst Ordnungswidrigkeit
– fachgerechte Verwahrung + Sicherung gegen Wegnahme durch Unbefugte

 

Überlassen:

 

-Nur an Berechtigte, sonst ist das eine Ordnungswidrigkeit

 

Führen:

– erlaubnispflichtig
– “normaler” Waffenschein erforderlich
– falls kein Waffenschein vorliegt, ist das eine Straftat
– führen auf öffentlichen Veranstaltungen ist eine Straftat
– führen auf Demonstration ist eine Straftat

 

Schießen:

– erlaubnispflichtig
– nur mit Schießerlaubnisschein ansonsten ist das eine Ordnungswidrigkeit

 

PTB-Waffen

“PTB-Waffen” sind Reizstoff-, Schreckschuss und Signalwaffen. Dies sind normalerweise Pistolen oder Revolver, die Reiz- oder andere Wirkstoffe, Platzpatronen oder pyrotechnische Ladungen verschießen, ohne dass dabei Geschosse durch einen Lauf getrieben werden. Sie gelten somit nicht als Schusswaffen, sind denen aber als gleichgestellte Gegenstände einzuordnen. Die PTB-Waffen sind meist so gebaut, dass gar keine klassischen Geschosse verschossen werden können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Waffen sind nur mit einem Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt in Deutschland zugelassen. (Aufschrift PTB + Prüfnummer im Kreis). Waffen dieser Art ohne Prüfzeichen sind in Deutschland nicht erlaubt und somit gilt dort jeglicher Umgang als verboten.

Waffenrechtliche Bestimmungen:

 

Erwerb/Besitz:

– erlaubnisfrei
– keine Waffenbesitzkarte erforderlich
– ab 18 Jahren, sonst Ordnungswidrigkeit
– fachgerechte Verwahrung und Sicherung gegen Wegnahme durch unbefugtes Überlassen:

Überlassen:

 

-nur an Berechtigte ansonsten ist das eine Ordnungswidrigkeit. 

 

Führen:

– erlaubnispflichtig
– kleiner Waffenschein erforderlich
– falls kein Waffenschein vorliegt ist das eine Straftat
– Ausweispflicht
– Führen auf besonderen öffentlichen Veranstaltungen ist eine Ordnungswidrigkeit
– Führen auf Demonstrationen ist eine Straftat

 

Schießen:

– erlaubnispflichtig
– nur mit Schießerlaubnisschein ansonsten ist das eine Ordnungswidrigkeit

 

Schusswaffen

Schusswaffen sind Vorrichtungen, die zum Angriff oder zur Verteidigung, zur Signalgebung, zur Markierung, zur Distanzinjektion oder zum Spiel oder Sport gedacht sind und bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden.

Waffenrechtliche Bestimmungen:

 

Erwerb/Besitz:

– erlaubnispflichtig
– Waffenbesitzkarte
– fachgerechte Verwahrung und Sicherung gegen Wegnahme durch Unbefugte

 

Überlassen:

 

– nur an Berechtigte

 

Führen:

 

– erlaubnispflichtig
– “normaler” Waffenschein erforderlich
– falls kein Waffenschein vorliegt ist das eine Straftat
– Ausweispflicht
– Führen auf besonderen öffentlichen Veranstaltungen ist eine Ordnungswidrigkeit
– Führen auf Demonstrationen ist eine Straftat

– Ausnahme: Eine Schusswaffe nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit, zu einem vom Bedürfnis umfassten Zweck von einem Ort zu einem anderen zu transportieren

 

Schießen:

 

– erlaubnispflichtig
– nur mit Schießerlaubnisschein ansonsten ist das eine Ordnungswidrigkeit


Munition

Munition sind folgende Gegenstände:

– Patronenmunition (Hülse mit Ladung und Geschoss),
– Kartuschen Munition (Hülsen mit Ladungen ohne Geschoss),
– hülsenlose Munition (Ladungen ohne Hülsen mit oder ohne Geschoss),
– pyrotechnische Munition (Munition mit pyrotechnischen Mitteln)

Der Erwerb und Besitz ist grundsätzlich lediglich mit einem Munitionserwerbsschein gestattet.


Aufbewahrung:

Grundsätzlich muss jede Person die Schusswaffen oder/und Munition besitzt diese gegen Abhandenkommen oder durch die Wegnahme von unbefugten Dritten sichern. Minimalste Anforderung für erlaubnisfreie Waffen ist ein verschlossenes Behältnis. Schusswaffen die als Kurzwaffen eingeordnet werden und erlaubnispflichtig sind müssen in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, welches mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 entspricht. Für die Aufbewahrung von Langwaffen oder mehr als 10 Kurzwaffen gelten strengere Maßgaben. Munition die erlaubnispflichtig ist, muss in einem Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss, oder einem gleichwertigen Behältnis aufbewahrt werden. Außerdem müssen Schusswaffen und Munition grundsätzlich getrennt voneinander aufbewahrt werden.


Erlaubnisfreie Schusswaffen

Schusswaffen die bestimmten Eigenschaften haben, benötigen keine besondere Erlaubnis zum Besitzen oder Führen.


Spielzeugwaffen:

Spielzeugwaffen sind Waffen bei denen Geschosse max. 0,5 Joule aus einem Lauf verschossen werden. Ebenso sind Spielzeugwaffen Waffen die die Zündblättchen, -bänder, -ringe oder Knallkorken verschießen. Diese Art von “Waffen” darf jede Person erwerben, besitzen und führen. 

 

Achtung: Sehen Spielzeugwaffen täuschend wie echte Feuerwaffen aus, unterliegen diese dem Führungsverbot!


Soft-Air-Waffen:

Auch Soft-Air-Waffen sind, wenn das Geschoss beim Verschießen aus dem Lauf max. 0,5 Joule aufweist, ohne waffenrechtliche Einschränkungen. Soft-Air-Waffen ab 0,5 Joule fallen unter die waffenrechtlichen Bestimmungen von Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen. 

 

Achtung: Sehen Soft-Air-Waffen täuschend wie echte Feuerwaffen aus, unterliegen diese dem Führungsverbot!


Nachbildungen/Attrappen:

Nachbildungen sind Gegenstände die nicht als Schusswaffen hergestellt worden sind und aus denen nicht geschossen werden. Allerdings haben sie eine äußere Form einer Schusswaffe. Grundsätzlich unterliegen diese Gegenstände keinen waffenrechtlichen Einschränkungen.

 

Ausnahme: Diese Nachbildungen und Attrappen dürfen grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Sind diese Nachbildungen allerdings mind.50% kleiner als deren Original oder in deutlichen Neon-Farben gekennzeichnet dürfen diese trotzdem geführt werden.

 


Ausnahmen von Erlaubnispflichten

Für das Erwerben/Besitzen, Führen und Schießen von Waffen gibt es eine Vielzahl an diversen Ausnahmen. Diese findet man in §12 WaffG.

 

§ Gesetzestext - §12 WaffG - Ausnahme von Erlaubnispflichten

 

Messer

Ein Messer ist ein Gegenstand, der aus einem Griff und einer Klinge besteht. Die Funktionen von Messern können unterschiedlich sein. So gibt es Messer dir für den Kampf ausgelegt sind, andere wiederrum dienen dem Handwerk oder der religiösen Verehrung. In der heutigen Zeit sind Messer vor allem Alltagsgegenstände, die man im normalen Leben z.B. in der Küche benutzt.

 

Messer die:

1. einseitig geschliffen sind,
2. und eine Klingenlänge unter 12 cm haben
3. und nur beidhändig zu bedienen sind

 

Unterliegen keinen waffenrechtlichen Einschränkungen. (Gebrauchsmesser)

Waffenrechtliche Einschränkungen:

– Messer, die mit einer Hand aufgeklappt werden können (Einhandmesser) unterliegen einem Führungsverbot

– Messer mit einer Klingenlänge von über 12cm unterliegen dem Führungsverbot – Ausnahme ist ein berechtigtes Interesse (z.B. Kauf) – sonst Ordnungswidrigkeit

– Bestimmte Messerarten wie Säbel, Schwerter, Dolche etc. unterliegen dem Führungsverbot

 

Verbotene Messer:

Jeglicher Umgang mit Springmessern, Fallmessern, Butterflymessern und Faustmessern ist in Deutschland verboten!

 

Hieb- und Stoßwaffen

Hieb- und Stoßwaffen sind Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mittel Hieben, Stößen, Stichen, Schlägen oder Würfen Verletzungen hervorzurufen. (z.B. Schlagstock, Einsatzstock, Schwerter, Degen etc.)

Sport- oder Gebrauchsgegenstände sind, je nach Zweck der Herstellung, keine Hieb- und Stoßwaffen. (z.B. Baseballschläger, Werkzeuge etc.) Das Führen von Hieb- und Stoßwaffen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar – auf öffentlichen Veranstaltungen sogar eine Straftat.

 

Achtung: Auch das Führen von Schlagstöcken von Sicherheitsmitarbeitern in der Öffentlichkeit ist eine Ordnungswidrigkeit! Der Unternehmer kann bei der zuständigen Behörde eine Ausnahmegenehmigung anfordern. Diese wird in der Realität aber sehr selten vergeben.

 

Waffenrechtliche Bestimmungen:

Erwerb/Besitz:

 

– ab 18 Jahren möglich

 

Überlassen:

 

– nur an Personen über 18 Jahre

 

Führen:

 

– grundsätzlich verboten
– es gibt aber einige wenige Ausnahmen

 


Sonstige Gegenstände

Tierabwehrsprays/Pfeffersprays:
Pfefferspray welches als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist unterliegt keinen waffenrechtlichen Einschränkungen und darf somit von jeder Person erworben und geführt werden. Nur auf Veranstaltungen, die dem Versammlungsgesetz unterliegen (z.B. Demonstrationen) sind diese verboten!

Reizstoffsprühgeräte, die nicht speziell für die Tierabwehr gedacht sind (z.B. CS-Gas) dürfen nur von Personen die mind. 14 Jahre alt sind erworben und geführt werden. Allerdings müssen diese Geräte ein Prüfsiegel vorweisen und in der Reichweite und Sprühdauer begrenzt sein. Hier gilt ein Führungsverbot auf öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Kirmes). Es muss außerdem immer ein Ausweis mitgeführt werden (Ausweispflicht).

 

Taser:
 

Taser dürfen nur von Personen ab 18 Jahren erworben und geführt werden. Der Taser muss aber ein PTB-Prüfzeichen aufweisen und gesundheitlich unbedenklich sein, sonst ist dieser verboten. Der Träger muss einen Ausweis mitführen (Ausweispflicht). Führungsverbot auf Veranstaltungen nach Versammlungsgesetz.


Verbotene Gegenstände

Es gibt eine hohe Zahl an Gegenständen, mit denen jeglicher Umgang in der Bundesrepublik Deutschland verboten ist.

 

Beispiele:

- Schlagring 
- Wurfstern
- Stahlrute 
- Totschläger 

 

Welche Regelungen gelten für das Bewachungsgewerbe?

 

Grundsätzlich gelten alle Regelungen des WaffG auch für das Bewachungsgewerbe.

Allerdings konkretisiert der §28 WaffG die waffenrechtlichen Bestimmungen zum Umgang mit Waffen für das Bewachungsgewerbe. Dementsprechend kann ein Bewachungsunternehmen und dessen Personal Waffen erwerben, besitzen und führen, wenn ein entsprechendes Bedürfnis nachgewiesen werden kann. Solch ein Bedürfnis liegt vor, wenn besonders gefährdete Personen oder Objekte im Dienst gesichert werden. Allerdings wird eine waffenrechtliche Genehmigung nur für ganz konkrete Aufgaben festgelegt.

Wenn Mitarbeiter eine Waffe während des Dienstes führen sollen, benötigen Sie selbst als Person keinen Waffenschein. Der Waffenschein wird auf das Unternehmen oder den Unternehmer angemeldet und nur für einen expliziten Auftrag erteilt. Allerdings muss jeder Mitarbeiter, der eine Waffe führt, der zuständigen Behörde gemeldet werden, die dann wiederrum eine Prüfung durchführt. Das Tragen der Waffe ist erst nach der erfolgreichen Prüfung gestattet.

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